TRINKWASSER AN BORD
Du schwimmst mit deiner Yacht umgeben von Milliarden Litern Wasser, und musst trotzdem sparsam mit Wasser umgehen??
Wasser an Bord – Verbrauch, Aufbereitung und Trinkwassererzeugung auf Segelyachten
Viele unserer Kunden fragen sich, wie viel Wasser man an Bord eigentlich benötigt und wie man die Wasserversorgung auf einer Segelyacht sinnvoll plant.
Gehen wir einmal von einer ganz normalen Seriensegelyacht im 10- bis 12-Meter-Segment aus. Diese Schiffsgröße ist nach wie vor eine sehr verbreitete Klasse für Urlaubsreisen, aber auch für kleinere Langstreckenfahrten. Manch einer ist mit einem solchen Schiff bereits um die ganze Welt gesegelt. Es muss also nicht immer ein 14-Meter-Schiff sein.
Wenn man zu zweit an Bord ist und vielleicht gelegentlich Gäste mitnimmt, findet man in dieser Schiffsgröße meistens einen Wassertank mit etwa 200 bis 250 Litern. Teilweise ist das auch auf zwei Tanks aufgeteilt. Viel größer bauen die Werften das häufig gar nicht mehr, weil die Bilgen moderner Schiffe sehr flach sind.
Die Schiffe sind heute nicht mehr so stark S-förmig wie früher, sondern haben zunehmend einen U-förmigen Rumpf. Sie werden fülliger und breiter, die Bilgen werden flacher und gleichzeitig möchte man möglichst überall Stehhöhe und zusätzlichen Stauraum gewinnen. Dadurch rückt der verfügbare Platz für den Tankeinbau immer mehr in den Hintergrund.
200 bis 250 Liter sind deshalb auf einer 10- bis 12-Meter-Yacht ein durchaus typisches Tankvolumen.
Die nächste Frage ist natürlich: Wie lange reicht dieses Wasser?
Der Wasserverbrauch beginnt bei der Toilette
Wenn wir den Wasserverbrauch an Bord betrachten, stellen wir deshalb immer zuerst eine ganz bestimmte Frage:
Gibt es Frischwasser-Toiletten an Bord oder nicht?
Früher war das relativ eindeutig. Die Toilette wurde mit Brauchwasser gespült, also mit Umgebungswasser. Bei vielen Schiffen war das schlicht Seewasser.
Jeder Skipper kennt die typischen Geräusche, die irgendwann auftreten, wenn eine Toilette über längere Zeit mit Salzwasser betrieben wird. Die Toilettenpumpe beginnt zu quietschen. Dann wurden und werden teilweise die unterschiedlichsten Mittel eingesetzt, um dieses Quietschen wieder wegzubekommen. Öl, Pflanzenöl und alle möglichen anderen Mittel landen dann in der Toilette.
Das eigentliche Problem ist dabei nicht nur das Öl selbst, das natürlich ebenfalls nicht in die Umwelt gelangen sollte. Viel problematischer ist, dass bestimmte Ölsorten die Gummidichtungen in den Toiletten aufquellen lassen können. Dann nimmt der Verschleiß nicht ab, sondern die Dichtung wird im Prinzip erst recht beschädigt.
Dafür gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern Spezialöle, die teilweise zu sehr hohen Preisen verkauft werden. Manche Skipper schwören darauf und haben das entsprechende Öl direkt neben Toilettenreiniger und Toilettenpapier stehen.
Bei einer klassischen Seewasserspülung hat man beim Wasserverbrauch zunächst einen großen Vorteil: Das Spülwasser kommt nicht aus dem Trinkwassertank.
Der Nachteil ist der höhere Verschleiß und vor allem die Geruchsproblematik.
Wenn das Wasser längere Zeit in der Toilettenleitung steht, sterben die darin enthaltenen Bakterien ab. Dann beginnt es zu riechen – nach faulen Eiern und nach Jauche. Das kennt praktisch jeder, der sein Schiff nach längerer Zeit wieder betritt.
Dem kann man relativ einfach begegnen, indem man vor dem Verlassen des Schiffes die komplette Toilettenanlage noch einmal mit Frischwasser durchspült. Ganz verhindern lässt sich der Geruch damit allerdings nicht. Die ersten Hübe, die anschließend wieder aus dem Schlauch angesaugt werden, können trotzdem entsprechend riechen.
Das ist allerdings schnell vorbei. Eine Toilette, die dauerhaft benutzt wird, riecht normalerweise deutlich weniger. Das Problem entsteht vor allem dann, wenn die Nutzung unterbrochen wird.
Elektrotoiletten und der steigende Frischwasserverbrauch
Mit dem Komfortgewinn moderner Yachten werden heute immer häufiger Elektrotoiletten eingebaut.
Bei diesen Systemen entsteht allerdings ein neues Problem: Wenn man sie mit Seewasser spült, können bestimmte Komponenten noch schneller verschleißen. Deshalb wird bei vielen Anlagen Frischwasser für die Spülung verwendet.
Damit steigt der Trinkwasserverbrauch an Bord deutlich.
Wenn ich beispielsweise dauerhaft an Bord bin und ungefähr fünfmal am Tag die Toilette benutze und jedes Mal rund 1,5 Liter Spülwasser benötigt werden, bin ich bereits bei 7,5 Litern pro Person und Tag.
Kommt noch ein größerer Spülvorgang dazu, kann man ungefähr mit 9 Litern Spülwasser pro Person und Tag rechnen.
Bei zwei Personen sind damit rund 18 Liter pro Tag nur für die Toilette verbraucht.
Bei vier Personen sind es bereits rund 36 Liter.
Das ist natürlich immer noch deutlich weniger als der typische Wasserverbrauch in einem Haushalt an Land. Aber auf einer Yacht muss jedes einzelne Liter Wasser irgendwoher kommen und irgendwo gespeichert oder produziert werden.
Spätestens wenn man über einen Wassermacher nachdenkt, muss man deshalb wissen, wie hoch der tatsächliche Verbrauch ist.
Dusche und Bad
Als Nächstes muss man sich die Wasserverbraucher im eigentlichen Trinkwasserbereich anschauen. Die wichtigsten sind dabei Pantry und Bad.
Bei der Dusche kann man als groben Planungswert mit etwa 10 Litern pro Person und Tag rechnen, wenn man einigermaßen sparsam mit Wasser umgeht.
Das wird natürlich nicht jedem gefallen. Wer lange Haare hat und diese regelmäßig waschen möchte, wird mit zehn Litern unter Umständen nicht auskommen. Und es gibt auch viele Menschen, die auf ihre tägliche Dusche nicht verzichten möchten.
Das muss man bei der Planung einfach einkalkulieren.
Die 10 Liter sind deshalb kein fester Wert, sondern ein brauchbarer Ansatz für eine sparsame Nutzung.
Wasserverbrauch in der Pantry
Dazu kommt der Küchenbereich.
Hier rechnen wir grob mit etwa 3 Litern pro Person und Tag für Kochwasser und ein bisschen Abwaschwasser.
Damit kommt man in der Praxis relativ gut hin.
Interessant ist dabei, dass der Pro-Kopf-Verbrauch mit weniger Personen steigt. Wenn ich beispielsweise für zwei oder vier Personen Nudeln koche und anschließend das Geschirr abwasche, ist der absolute Wasserverbrauch dafür ähnlich. Bei vier Personen verteilt er sich aber auf vier Personen, bei zwei Personen nur auf zwei.
Deshalb kann man solche Werte nicht einfach linear betrachten.
Als grobe Größenordnung sollte man für den eigentlichen Trinkwasserbereich mindestens etwa 15 Liter pro Person und Tag einkalkulieren.
Darin sind ungefähr 10 Liter für die Dusche und 3 Liter für die Pantry enthalten. Dazu kommen Händewaschen, Zähneputzen und andere Kleinigkeiten.
Damit lässt sich der tägliche Bordverbrauch schon relativ gut abschätzen.
Wenn zusätzlich eine Frischwasser-Toilette vorhanden ist, kommen dafür noch einmal bis zu rund 9 Liter pro Person und Tag hinzu.
Damit ist man bei vier Personen schnell bei deutlich über 90 Litern Wasserverbrauch pro Tag, wenn man Toilette, Dusche und Pantry zusammen betrachtet.
Und plötzlich wird deutlich, warum ein 200- bis 250-Liter-Tank gar nicht so groß ist, wie es auf den ersten Blick vielleicht aussieht.
Der Verbrauch hängt stark vom Fahrtgebiet ab
Der Wasserverbrauch hängt natürlich nicht nur von der Anzahl der Personen ab.
Ganz entscheidend ist auch die Frage:
Wo bin ich mit dem Schiff unterwegs und wie nutze ich es?
Jemand, der auf der Ostsee unterwegs ist und regelmäßig Häfen anläuft, hat ein völlig anderes Nutzungsverhalten als jemand, der im Mittelmeer fast ausschließlich vor Anker liegt.
Wer im Mittelmeer ankert, geht wesentlich häufiger baden und duscht anschließend an der Badeplattform. Das kann den Wasserverbrauch erheblich beeinflussen.
Wir waren beispielsweise mit vier Kindern unterwegs. Da kann man sich vorstellen, wie viel Wasser allein durch das Duschen nach dem Baden verbraucht wird.
Die Kinder waren angehalten, wenn sie aus dem Wasser kamen, möglichst schnell an der Badeplattform zu duschen. Der Grund war ganz einfach: Wir wollten nicht das komplette Salzwasser mit ins Schiff schleppen.
Auch solche Dinge gehören zur realistischen Wasserplanung an Bord.
Wasser bei jeder Gelegenheit nachfüllen
Wenn man weiß, wie hoch der ungefähr zu erwartende Verbrauch ist, stellt sich die nächste Frage:
Wie bekomme ich das Wasser wieder in den Tank?
Unsere Empfehlung ist grundsätzlich, jede sinnvolle Gelegenheit zum Nachfüllen zu nutzen.
Natürlich nur dann, wenn man die Sauberkeit beziehungsweise die Qualität des Wassers einigermaßen einschätzen kann.
Ich würde nicht an jeden beliebigen Marina-Wasserhahn fahren und einfach davon ausgehen, dass das Wasser automatisch Trinkwasserqualität hat.
Gerade in Nordeuropa findet man in vielen Marinas Wasseranschlüsse, aus denen durchaus sehr ordentliches Wasser kommt. Teilweise ist es sogar Trinkwasserqualität.
Trotzdem steht an vielen Wasserhähnen „Kein Trinkwasser“.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass aus dem Hahn schlechtes Wasser kommt. Häufig liegt es vielmehr daran, dass der Marina-Betreiber sich nicht dem vollständigen Prüf- und Kontrollverfahren für Trinkwasser unterwerfen möchte. Um sich gegenüber Behörden und entsprechenden Anforderungen abzusichern, wird dann schlicht „Kein Trinkwasser“ an den Anschluss geschrieben.
Darauf verlassen würde ich mich trotzdem nicht.
Ich würde aber genauso wenig anfangen, für jede Reise große Mengen Plastikflaschen an Bord zu schleppen. Das ist ökologisch nicht besonders sinnvoll und bei größeren Mengen auch logistisch ziemlich unpraktisch.
Es gibt eine wesentlich einfachere Lösung:
Das Wasser, das ich an Bord nehme, wird gefiltert.
Filtration bei der Tankbefüllung
Wir verwenden dafür grundsätzlich eine Kombination aus einem 5-Mikron-Vorfilter und einem 1-Mikron-Kohlefilter.
Der Aufbau sieht vereinfacht so aus:
5-Mikron-Filter → 1-Mikron-Kohlefilter → Wassertank
Das Ganze lässt sich sehr einfach in einer doppelten Filterkartusche aufbauen. Rechts und links kommen entsprechende Gardena-Anschlüsse oder andere passende Schlauchanschlüsse dran und schon kann man das Filtersystem zwischen Wasserhahn und Tank schalten.
Ich würde außerdem versuchen, einen eigenen Schlauch für die Trinkwasserbefüllung zu verwenden und diesen auch sauber zu halten.
Denn selbst wenn das Wasser aus dem Marina-Anschluss grundsätzlich in Ordnung ist, weiß niemand genau, was in den Leitungen und Schläuchen unter der Steganlage passiert.
Diese Leitungen liegen teilweise jahrelang in der Sonne. Hitze und Sonneneinstrahlung sind für die Wasserqualität natürlich nicht unbedingt förderlich.
Im Mittelmeer kommt noch ein weiterer Faktor dazu: Dort wird das Wasser teilweise sehr stark chloriert.
Das ist nicht grundsätzlich ein Problem. Die Aktivkohlepatrone kann Chlor und entsprechende Geschmacks- und Geruchsstoffe reduzieren.
Natürlich müssen die Filter regelmäßig gewechselt werden. Das ist aber aus meiner Sicht ein überschaubarer Aufwand, wenn man dafür sauberes Wasser an Bord hat.
Wer es genau wissen möchte: Wasser testen
Wer trotzdem Bedenken hat, kann sein eigenes Bordwasser einmal untersuchen lassen.
Entsprechende Wassertests gibt es online für relativ überschaubares Geld. Je nach Umfang liegen solche Untersuchungen ungefähr im Bereich von 60 bis 80 Euro. Man nimmt eine Wasserprobe, schickt sie an ein Labor und bekommt anschließend eine Auswertung darüber, welche Bakterien, Keime oder andere Verunreinigungen im Wasser gefunden wurden.
Damit kann man wesentlich gezielter reagieren, als wenn man einfach nur vermutet, dass mit dem Wasser etwas nicht stimmt.
Es gibt natürlich auch verschiedene Systeme zur zusätzlichen Wasseraufbereitung. Diese können beispielsweise mit UV-Technik kombiniert werden.
Dabei muss man allerdings wissen, was UV überhaupt macht.
UV „tötet“ die Keime nicht einfach ab. Die UV-Strahlung verändert die DNA der Mikroorganismen so, dass sie sich nicht mehr vermehren können.
Ganz keimfrei wird ein Wassersystem ohnehin nicht.
Das muss es im Normalfall auch nicht.
Wir leben ständig mit einer Vielzahl von Keimen. Entscheidend ist vielmehr, problematische Keime und hygienisch relevante Belastungen zu vermeiden.
Bei bestimmten Keimen, beispielsweise Legionellen, muss man allerdings besonders vorsichtig sein.
Die Warmwasseranlage ist ein eigenes Thema
Damit sind wir beim nächsten wichtigen Punkt der Wasserhygiene an Bord:
die Warmwasseraufbereitung.
Wenn Wasser längere Zeit bei ungünstigen Temperaturen in einem Boiler oder Leitungssystem steht, kann das ein hygienisches Problem werden.
Gerade Legionellen können sich unter entsprechenden Bedingungen vermehren. Deshalb sollte man darauf achten, dass der Boiler regelmäßig auf eine ausreichend hohe Temperatur gebracht wird. Als praktische Orientierung sollte das Warmwassersystem regelmäßig deutlich über 55 Grad aufgeheizt werden.
Besonders für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen können Legionellen gefährlich werden.
Leider gibt es auf den meisten Schiffen keine Zirkulationsleitung für das Warmwasser. Das bedeutet: Das Wasser steht teilweise lange in den Leitungen.
Auch deshalb muss man das gesamte System im Blick behalten und nicht nur den Wassertank.
Das gesamte Trinkwassersystem sauber halten
Bei einem werftneuen Schiff ist das vergleichsweise einfach.
Das gesamte System sollte regelmäßig gereinigt werden. Eine Möglichkeit ist beispielsweise eine Reinigung mit Zitronensäure. Wir arbeiten dabei unter anderem mit einer Konzentration von etwa fünf Prozent und lassen das System für eine entsprechende Einwirkzeit, beispielsweise 24 Stunden, stehen.
Dafür braucht man natürlich eine gewisse Menge Zitronensäure. Aber im Gegenzug kann man damit das gesamte Leitungssystem sauber halten.
Bei einem gebrauchten Schiff oder bei einem Schiff, das bereits seit Jahren im Betrieb ist, sollte man besonders akribisch vorgehen.
Einmal im Jahr sollte man das System gründlich kontrollieren und reinigen.
Dabei sollte man sich auch die Leitungen ansehen.
Sind es tatsächlich Trinkwasserleitungen?
Sind alte Gummileitungen verbaut?
Gibt es transparente Leitungen, durch die Licht an das Wasser gelangen kann?
Gerade bei transparenten Leitungen kann unter ungünstigen Bedingungen Algenwachstum entstehen.
Alte Gummileitungen würde ich nach Möglichkeit ersetzen und grundsätzlich darauf achten, dass geeignete Trinkwasserleitungen verwendet werden.
Auch in den Tank muss man hineinschauen
Die meisten modernen Wassertanks bestehen inzwischen aus Kunststoff. Das ist grundsätzlich überhaupt kein Problem.
PE ist ein sehr gutes Material für Trinkwassertanks, wenn der Tank sauber gehalten wird.
Und genau deshalb sollte man nicht nur darauf vertrauen, dass der Tank sauber ist, sondern tatsächlich einmal hineinschauen.
Viele Tanks verfügen über eine Inspektionsöffnung. Diese sollte man nutzen und mindestens einmal im Jahr kontrollieren, wie es im Inneren des Tanks tatsächlich aussieht.
Wir haben dabei schon die unterschiedlichsten Überraschungen erlebt.
Man wundert sich manchmal, dass die Menschen an Bord überhaupt noch gesund sind, wenn man sieht, was sich in einem schlecht gewarteten Tank über die Jahre angesammelt hat.
Deshalb sollte die Reinigung und Kontrolle des Wassertanks genauso selbstverständlich sein wie die Wartung von Motor, Segeln oder Elektrik.
Die entscheidende Frage: Wie erzeuge ich unterwegs selbst Trinkwasser?
Damit kommen wir zur eigentlichen Masterfrage:
Wie kann ich unterwegs selbst Trinkwasser erzeugen?
Das geht heute relativ einfach mit einem Wassermacher, also einer Umkehrosmoseanlage.
Ein Wassermacher nutzt Rohwasser und erzeugt daraus Frischwasser. Das kann insbesondere auf längeren Reisen oder bei längeren Aufenthalten vor Anker einen enormen Komfortgewinn bringen.
Wir liefern Systeme für Inshore- und Offshore-Anwendungen und setzen dabei ausschließlich auf Anlagen von Schenker Watermakers.
Die Systeme gibt es in unterschiedlichen Konfigurationen und für unterschiedliche Anwendungsfälle. Sie können teilweise oder vollständig automatisiert betrieben werden.
Das Spektrum reicht von einfachen Systemen mit Zwei-Knopf-Bedienung bis hin zu Anlagen mit Touch-Display und Integration in das komplette Bordnetz.
Technisch ist also vieles möglich.
Die erste Frage ist aber auch hier nicht:
„Welchen Wassermacher möchte ich haben?“
Sondern:
„Wie viel Wasser brauche ich tatsächlich?“
Die richtige Größe des Wassermachers
Den eigenen Wasserverbrauch kann man relativ einfach ermitteln.
Eine Möglichkeit ist, die Zeit zu beobachten, nach der der Wassertank bei normaler Nutzung wieder komplett aufgefüllt werden muss.
Noch einfacher ist es, den durchschnittlichen Tagesbedarf zu ermitteln.
Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich im Durchschnitt 60 Liter Wasser pro Tag benötige, kann ich diesen Tagesbedarf durch drei teilen.
Damit komme ich auf eine Wassermacherleistung, mit der die Anlage ungefähr drei Stunden am Tag laufen kann.
Das ist eine sehr praktikable Auslegung.
Der Wassermacher muss nicht den gesamten Tagesverbrauch in einer Stunde erzeugen.
Im Gegenteil:
Drei Stunden Laufzeit pro Tag sind für einen Wassermacher durchaus sinnvoll.
Denn Wassermacher sind in dieser Hinsicht besondere Produkte.
Sie profitieren von regelmäßiger Nutzung.
Der Wassermacher mag es, benutzt zu werden
Ein Wassermacher ist praktisch eines der wenigen technischen Systeme an Bord, bei denen sich Nichtbenutzung negativ auswirkt.
Je regelmäßiger die Anlage läuft, desto besser wird die Membran gespült und desto länger kann sie zuverlässig betrieben werden.
Wenn der Wassermacher dagegen längere Zeit nicht benutzt wird, muss er entsprechend gespült oder konserviert werden.
Spätestens nach etwa zehn Tagen sollte ein Spülvorgang erfolgen. Wie häufig tatsächlich gespült werden sollte, hängt auch von der Umgebungstemperatur ab.
Je wärmer es an Bord ist, desto häufiger sollte die Anlage gespült werden.
Deshalb bieten die Schenker-Systeme die Möglichkeit des sogenannten Periodic Washing.
Selbst bei den einfacheren Basic-Varianten lässt sich diese Funktion aktivieren.
Die Anlage kann beispielsweise so programmiert werden, dass sie sich alle zehn Tage automatisch durchspült.
Das ist besonders interessant, wenn das Schiff nicht dauerhaft bewohnt ist.
Automatisches Spülen bei Abwesenheit
Wir empfehlen, diese Funktion grundsätzlich einzuschalten.
Auch dann, wenn man eigentlich plant, nach zwei Wochen wieder an Bord zu sein.
Denn dann hat man keinen unnötigen Zeitdruck.
Wenn ich weiß, dass mein Wassermacher automatisch gespült wird, muss ich nicht unbedingt nach zwei Wochen wieder auf dem Schiff sein. Wenn sich die Rückkehr verschiebt, ist das kein großes Problem.
Natürlich muss dafür ausreichend Wasser im Tank vorhanden sein.
Der Wassermacher kann so eingestellt werden, dass das Wasser bei diesem Spülvorgang über Bord geleitet wird.
Damit kann die Anlage auch während der Abwesenheit in einem definierten Zustand gehalten werden.
Deshalb gilt auch hier:
Den Trinkwassertank möglichst voll halten.
Konservierung bei längerer Stilllegung
Wenn das Schiff dagegen über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird, beispielsweise über das Winterlager oder für mehrere Monate, muss der Wassermacher konserviert werden.
Auch hier sollte die Installation möglichst einfach aufgebaut sein.
Wir verbauen deshalb Serviceventile und einen entsprechenden Kanister, in dem sich die Reinigungs- beziehungsweise Konservierungsflüssigkeit befindet. Je nach Anwendungsfall kann es auch um Frostschutz gehen.
Damit lässt sich die Anlage mit wenigen Handgriffen auf die Konservierung vorbereiten.
Im Prinzip werden die entsprechenden Ventile umgestellt und die Konservierung gestartet.
Nach kurzer Zeit ist der Wassermacher gereinigt und für die längere Stillstandszeit vorbereitet.
Das ist für mich ein entscheidender Punkt bei einer guten Installation:
Die Technik muss nicht nur funktionieren. Sie muss auch im normalen Bordbetrieb einfach zu bedienen und zu warten sein.
Wasserplanung ist mehr als nur Tankvolumen
Wenn man das gesamte Thema betrachtet, wird relativ schnell klar, dass die Frage nach dem Wasser an Bord nicht mit der Größe des Wassertanks beantwortet ist.
Man muss das komplette System betrachten.
Am Anfang steht der tatsächliche Verbrauch:
Wie viele Personen sind durchschnittlich an Bord?
Wie lange bleibt das Schiff unterwegs?
Wie wird geduscht?
Gibt es eine Frischwasser-Toilette?
Wie viel Wasser wird in der Pantry benötigt?
Wie wird das Schiff genutzt?
Bin ich hauptsächlich in Marinas unterwegs oder liege ich über längere Zeit vor Anker?
Wie warm ist das Fahrtgebiet?
Und wie häufig kann ich Wasser nachfüllen?
Erst daraus ergibt sich eine sinnvolle Dimensionierung.
Bei einer 10- bis 12-Meter-Yacht mit 200 bis 250 Litern Tankvolumen kann man bereits sehr weit kommen, wenn der Verbrauch bekannt ist und entsprechend geplant wird.
Wenn zusätzlich ein Wassermacher an Bord ist, verändert sich die Situation noch einmal grundlegend.
Dann ist der Tank nicht mehr ausschließlich ein Vorrat für die gesamte Reise. Er wird vielmehr zu einem Puffer zwischen Verbrauch und Produktion.
Der Wassermacher erzeugt regelmäßig neues Wasser und der Tank nimmt dieses Wasser auf.
Damit kann man auch auf kleineren Yachten über längere Zeit autark mit Frischwasser umgehen.
Fazit
Für eine vernünftige Wasserversorgung an Bord sollte man nicht einfach nur möglichst große Tanks einbauen.
Man sollte zuerst den eigenen Verbrauch kennen.
Als grobe Planungswerte kann man im Trinkwasserbereich mit etwa 10 Litern pro Person und Tag für die Dusche und etwa 3 Litern für Pantry, Kochen und Abwaschen rechnen. Dazu kommen die übrigen täglichen Verbraucher. Als Mindestgröße für den eigentlichen Trinkwasserbereich sind etwa 15 Liter pro Person und Tag ein brauchbarer Ausgangspunkt.
Bei Frischwasser-Toiletten kommen je nach Nutzung noch einmal bis zu etwa 9 Liter pro Person und Tag hinzu.
Danach muss man sich anschauen, wo man unterwegs ist und wie das Schiff genutzt wird.
Das Wasser sollte möglichst bei jeder sinnvollen Gelegenheit nachgefüllt werden. Dabei würde ich mich nicht blind auf die Qualität eines Marina-Wasserhahns verlassen, sondern das Wasser grundsätzlich über eine geeignete Filterkombination führen.
Für die Befüllung hat sich ein 5-Mikron-Vorfilter in Kombination mit einem 1-Mikron-Kohlefilter bewährt.
Das eigene Bordwassersystem sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Dazu gehören Tank, Leitungen, Boiler und Armaturen. Alte Leitungen sollten überprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Auch der Blick in den Wassertank gehört zur regelmäßigen Wartung.
Und wenn das Schiff längere Zeit unterwegs ist, wird ein Wassermacher interessant.
Mit einer Umkehrosmoseanlage kann man aus Rohwasser eigenes Frischwasser erzeugen. Die Leistung sollte sich dabei am tatsächlichen Tagesverbrauch orientieren. Eine Anlage, die ungefähr drei Stunden pro Tag läuft, ist häufig eine sinnvolle Ausgangsbasis.
Wichtig ist dabei, den Wassermacher regelmäßig zu betreiben. Bei längerer Abwesenheit sollte das automatische Spülen aktiviert werden. Bei einer längeren Stilllegung muss die Anlage entsprechend konserviert werden.
Damit wird aus dem Thema Wasser an Bord kein permanentes Rechenproblem mehr, sondern ein planbares System.
Wasserquelle, Filter, Tank, Leitungen, Boiler und Wassermacher müssen als Gesamtsystem betrachtet werden.
Wenn dieses System richtig dimensioniert, sauber installiert und regelmäßig gewartet wird, kann auch eine 10- bis 12-Meter-Yacht über lange Zeit komfortabel und zuverlässig mit Frischwasser versorgt werden.
Wir bauen solche Systeme für das jeweilige Schiff passend und schlüsselfertig auf.
Dafür benötigen wir im Grunde nur ein paar Angaben:
Welcher Yachttyp?
Welches Revier?
Wie viele Personen sind durchschnittlich an Bord?
Und wie wird das Schiff genutzt?
Daraus lässt sich die passende Wasserversorgung mit Tank, Filtration und Wassermacher sinnvoll planen.