Trinkwasser an Bord
Trinkwasser an Bord: Vertrauen in die Qualität
Die Frage nach der Trinkwasserqualität an Bord gehört zu den häufigsten Anliegen, mit denen wir in unserer täglichen Beratungspraxis konfrontiert sind. Viele Eigner sind unsicher, ob sie das Wasser aus dem Tank oder einem Wassermacher wirklich bedenkenlos trinken können – und ob es tatsächlich sauber genug ist.
Unterschiede zwischen neuen und gebrauchten Yachten
Zunächst muss unterschieden werden, ob es sich um eine werftneue oder um eine gebrauchte, eventuell ältere Yacht handelt:
• Bei neuen Yachten werden heute meist moderne Trinkwassersysteme verbaut. Klassische Gummischläuche sind kaum noch zu finden – stattdessen kommen langlebige, hygienische Aluminiumverbundrohre mit Stecksystem zum Einsatz, die leicht zu erkennen und zu warten sind.
• Die Wassertanks bestehen in der Regel aus lebensmittelechtem Polyethylen, ein Material, das keine Schadstoffe an das Wasser abgibt. Metalltanks sind nur noch selten anzutreffen. Dadurch kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass das Wasser, das in einem solchen System gespeichert wird, Lebensmittelqualität besitzt und somit trinkbar ist – vorausgesetzt, es wird auch sachgerecht eingefüllt und das System regelmäßig gepflegt.
Wie kommt das Wasser an Bord?
Ein kritischer Punkt ist nicht nur das System an Bord selbst, sondern auch die Wasserquelle und der Füllvorgang:
• Wird das Wasser zum Beispiel über einen alten Gummischlauch vom Steg eingefüllt – womöglich einen, der den ganzen Sommer über in der Sonne liegt – kann es trotz hochwertiger Bordinstallation zu Verunreinigungen kommen.
• Solche Schläuche geben mit der Zeit Weichmacher und Gummibestandteile an das Wasser ab, was nicht nur den Geschmack beeinträchtigt, sondern auch gesundheitlich bedenklich sein kann.
Fazit
Selbst auf modernen Yachten hängt die Trinkwasserqualität nicht nur vom verbauten System, sondern wesentlich auch vom Umgang mit dem Wasser ab. Wer sauberes, trinkbares Wasser an Bord sicherstellen möchte, sollte:
• Nur geprüfte, trinkwassergeeignete Schläuche zum Befüllen verwenden,
• regelmäßig Tanks und Leitungen spülen und desinfizieren,
• und ggf. zusätzliche Filtersysteme oder UV-Desinfektion in Erwägung ziehen.
UVC-Entkeimung (auch als UV-Desinfektion bezeichnet) funktioniert mithilfe von kurzwelligem ultraviolettem Licht im Bereich von etwa 200 bis 280 Nanometer (nm) – insbesondere bei 254 nm, wo die Wirkung auf Mikroorganismen besonders stark ist.
Hier ist eine verständliche Erklärung, wie es funktioniert:
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🔬 Prinzip der UVC-Entkeimung
1. Absorption der UVC-Strahlung durch DNA/RNA
Wenn Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Pilze UVC-Licht ausgesetzt werden, absorbieren ihre DNA- oder RNA-Moleküle die energiereiche Strahlung.
2. Zerstörung der Erbinformation
Die UV-Strahlung verursacht sogenannte Thymin-Dimere oder andere Mutationen, die die Replikation und Funktion der DNA stören. Das bedeutet:
🔹 Die Mikroorganismen können sich nicht mehr vermehren
🔹 Sie verlieren ihre Infektionsfähigkeit
🔹 In vielen Fällen sterben sie direkt ab
3. Keine chemischen Rückstände
Der Vorgang ist physikalisch, es entstehen keine Nebenprodukte oder Rückstände – ein Vorteil gegenüber chemischen Desinfektionsmitteln.
Warum keine LED‑Zertifizierungen bisher?
• DVGW‑Zertifizierung schreibt die Erfassung einer geprüften UV‑Dosis gemäß DIN 19294‑1 vor (z.B. Mindestdosis 400 J/m²).
• Zertifizierte Geräte nutzen Niederdruck‑Quecksilberlampen (254 nm) mit nachweisbarer Leistung und langjähriger Erfahrung.
• UV‑LEDs mit 265–280 nm sind zwar technisch möglich, aber noch nicht standardisiert über DVGW-zertifizierte Anlagen, da Auslegung, Monitoring und Normen nicht final auf LEDs angepasst sind.
Was ist aktuell erlaubt?
1. Privater Gebrauch
• Du darfst Silberionen (Ag⁺) zur Konservierung deines eigenen Wassertanks einsetzen – das ist nicht verboten, da die Trinkwasserverordnung (§ 11) nur für die öffentliche Versorgung und Abgabe an Dritte Gültigkeit hat .
• Silberionen senken bei niedriger Konzentration (max. 0,1 mg/l laut WHO) das Bakterienwachstum .
2. Öffentliche Versorgung / gewerblicher Einsatz
• Silber und Silberchlorid sind seit Dezember 2017 aus der §-11-Liste gestrichen – der Einsatz in öffentlichen Trinkwasseranlagen oder zur Abgabe an Dritte ist verboten .
Wasserqualität vor UV-Anlage
UV wirkt nur bei klarem Wasser! Trübung und Schwebstoffe behindern die Strahlung. daher 1 micron kohlefilter einsetzen
Grundsätzlich ja – aber nur mit richtiger Nachbehandlung
🧪 Was macht Entsalzungsanlagen?
• Sie entfernen fast alle Salze, Mineralien, Schwermetalle, Mikroorganismen und Chemikalien.
• Ergebnis: fast reines H₂O, oft mit einer Leitfähigkeit unter 30 µS/cm.