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WAS?? 😳 JETZT SOLL ICH AUCH NOCH MEINE YACHT TEILEN???

Eignergemeinschaften bei Segelyachten

Der gemeinsame Besitz einer Segelyacht ist grundsätzlich kein neues Modell. Gerade bei größeren Fahrtenyachten kann eine Eignergemeinschaft eine interessante Möglichkeit sein, die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten auf mehrere Personen zu verteilen und gleichzeitig eine Yacht zu nutzen, die für den Einzelnen möglicherweise wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.

Grundsätzlich muss man dabei zwischen einer privaten Eignergemeinschaft und professionellen Modellen des sogenannten Fractional Ownership unterscheiden. Bei einer privaten Eignergemeinschaft schließen sich beispielsweise zwei, drei oder vier Personen zusammen und erwerben gemeinsam eine Yacht. Jeder Eigentümer besitzt einen entsprechenden Anteil und erhält dafür bestimmte Nutzungsrechte. Bei professionellen Modellen wird die Yacht dagegen von einem Anbieter organisiert und verwaltet. Die Eigentümer erwerben Anteile und die Nutzung wird über ein festgelegtes System geregelt.

Der wesentliche Vorteil einer Eignergemeinschaft liegt zunächst in der finanziellen Aufteilung. Nicht nur der Kaufpreis, sondern auch Liegeplatz, Versicherung, Winterlager, Wartung, Reparaturen und laufende Betriebskosten können anteilig getragen werden. Dadurch wird es möglich, eine größere oder hochwertigere Yacht zu besitzen, ohne die gesamten Kosten alleine tragen zu müssen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil besteht darin, dass eine Yacht bei einem einzelnen Eigentümer häufig nur einen relativ kleinen Teil des Jahres tatsächlich genutzt wird. Wenn sich mehrere Personen die Yacht teilen und unterschiedliche Urlaubszeiten haben, kann die vorhandene Yacht wesentlich besser ausgelastet werden. Auch Pantaenius beschreibt die Eignergemeinschaft als Möglichkeit, die Kosten und Nutzung eines Bootes auf mehrere Personen zu verteilen. (Pantaenius⁠)

https://www.pantaenius.com/de-de/aus-der-praxis/magazin/artikel/wie-funktioniert-die-eignergemeinschaft

Allerdings liegt genau in der gemeinsamen Nutzung auch eine der größten Herausforderungen. Eine Yacht ist kein statisches Anlagegut. Sie muss gepflegt, gewartet, repariert und regelmäßig kontrolliert werden. Unterschiedliche Vorstellungen über den Zustand des Schiffes können deshalb sehr schnell zu Diskussionen führen.

Für den einen Eigentümer ist ein fünf Jahre altes Segel noch vollkommen ausreichend. Der andere möchte bereits ein neues Segel anschaffen. Einer möchte in neue Navigationselektronik investieren, während ein anderer der Meinung ist, dass die vorhandene Technik noch einige Jahre ausreicht. Auch bei Fragen zur Pflege, Reinigung, Wartung und zur allgemeinen Behandlung des Schiffes können unterschiedliche Vorstellungen entstehen.

Noch schwieriger wird es bei größeren Reparaturen oder Investitionen. Hier muss bereits vor dem Kauf eindeutig festgelegt werden, wer welche Entscheidungen treffen darf und wie die Kosten verteilt werden. Ohne klare Regelungen kann eine solche Gemeinschaft schnell an Kleinigkeiten scheitern, die zunächst gar nicht als Problem angesehen wurden.

Auch die zeitliche Nutzung der Yacht muss eindeutig geregelt werden. Besonders problematisch sind die beliebten Urlaubszeiten im Sommer. Wenn mehrere Eigentümer gleichzeitig im Juli oder August segeln möchten, entsteht zwangsläufig ein Interessenkonflikt. Deshalb sollte es ein transparentes Buchungssystem geben. Denkbar sind feste Nutzungszeiten, ein rotierendes System oder eine jährlich wechselnde Priorität für besonders gefragte Zeiträume.

Professionelle Anbieter setzen genau solche Systeme bereits ein. Yacht Share beispielsweise arbeitet mit mehreren Eigentümern pro Yacht und organisiert die Nutzung entsprechend. Nach eigenen Angaben werden dort mehrere hundert Yachten und mehr als tausend Miteigentümer betreut.

https://www.yachtshare.com/de

Auch bei Pitter beziehungsweise Yacht Sharing werden entsprechende Modelle für Segelyachten angeboten. Dabei geht es ebenfalls darum, mehrere Eigentümer an einer Yacht zu beteiligen und die Nutzung sowie die laufenden organisatorischen Aufgaben entsprechend zu strukturieren.

Ein weiteres Beispiel ist SeaNet, das Fractional Ownership für Yachten mit professionellem Management anbietet. SeaNet beschreibt verschiedene Beteiligungsmodelle und übernimmt dabei unter anderem Management, Wartung, Versicherung, Budgetplanung und weitere organisatorische Aufgaben. (SeaNet⁠)

Auch Sailclub24 verfolgt einen ähnlichen Gedanken und richtet sich speziell an Segler, die eine moderne Segelyacht gemeinsam besitzen und nutzen möchten, ohne sämtliche organisatorischen und technischen Aufgaben alleine übernehmen zu müssen. Das Konzept wurde 2026 auch in der YACHT vorgestellt. (YACHT – Alles rund ums Segeln⁠)

https://www.yacht.de/special/menschen/interview-ist-sailclub24-die-bootseigner-community-von-morgen

Neben diesen professionellen Modellen gibt es natürlich auch zahlreiche private Eignergemeinschaften. Auf dem Gebrauchtbootmarkt werden regelmäßig bestehende Beteiligungen an Segelyachten angeboten. Das zeigt, dass gemeinsamer Yachtbesitz in der Praxis durchaus verbreitet ist.

https://www.boat24.com/de/eignergemeinschaft

Die entscheidende Frage ist allerdings, wie viele Personen sinnvollerweise an einer Segelyacht beteiligt sein sollten. Eine wissenschaftlich belastbare Untersuchung, aus der sich beispielsweise eine optimale Anzahl von exakt vier oder fünf Eigentümern ableiten lässt, ist nicht bekannt. Die vorhandenen Erkenntnisse stammen überwiegend aus Erfahrungsberichten, rechtlichen Veröffentlichungen, Versicherungsinformationen und den Erfahrungen kommerzieller Anbieter.

Aus praktischer Sicht erscheint eine Gemeinschaft mit zwei bis vier Eigentümern für eine klassische Fahrtensegelyacht besonders interessant. Bei zwei Eigentümern ist die Organisation vergleichsweise einfach, gleichzeitig bleibt aber ein großer Teil der Kosten beim einzelnen Eigentümer. Bei vier Eigentümern lässt sich die finanzielle Belastung bereits deutlich reduzieren, während die Zahl der Beteiligten noch überschaubar bleibt.

Mit sechs oder mehr Eigentümern kann das Modell wirtschaftlich noch interessanter werden. Gleichzeitig steigt jedoch der organisatorische Aufwand erheblich. Je mehr Personen beteiligt sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Vorstellungen über Nutzung, Wartung, Investitionen und Ausstattung. Ab einer bestimmten Größe sollte eine solche Gemeinschaft deshalb eher wie ein professionell organisiertes Unternehmen behandelt werden und nicht wie eine einfache Absprache unter Freunden.

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Frage, was jeder einzelne Eigentümer in die Gemeinschaft einbringt. Der finanzielle Anteil allein sollte dabei nicht das einzige Kriterium sein. Gerade bei einer Segelyacht sind technische und fachliche Kenntnisse von erheblichem Wert.

Ein Eigentümer mit Erfahrung in Elektrik, Elektronik, Motorentechnik, Navigation, Rigging, Segeltechnik oder allgemeiner Wartung kann für die Gemeinschaft einen erheblichen Mehrwert darstellen. Ebenso wichtig können Kenntnisse im Bereich Versicherungen, Recht, Organisation oder kaufmännischer Verwaltung sein.

Dabei sollte allerdings von Anfang an klar geregelt werden, ob solche Leistungen Bestandteil des gemeinsamen Engagements sind oder zusätzlich vergütet werden. Sonst entsteht schnell das Problem, dass einzelne Personen dauerhaft einen erheblich größeren Arbeitsaufwand übernehmen, während alle Eigentümer finanziell gleich behandelt werden.

Gerade deshalb sollte eine funktionierende Eignergemeinschaft nicht ausschließlich danach zusammengestellt werden, wer den entsprechenden finanziellen Anteil aufbringen kann. Viel wichtiger ist, ob die Personen fachlich, organisatorisch und auch von ihrer Vorstellung über den Umgang mit einer Yacht zusammenpassen.

Auch die rechtliche Gestaltung darf nicht unterschätzt werden. Eine Eignergemeinschaft sollte vor dem Kauf schriftlich regeln, wem welche Anteile gehören, wer welche Nutzungsrechte besitzt, wie Kosten verteilt werden, wer Reparaturen beauftragen darf, wie größere Investitionen beschlossen werden und was passiert, wenn ein Eigentümer seinen Anteil verkaufen möchte.

Besonders wichtig sind Regelungen für Situationen, die beim Abschluss einer Gemeinschaft oft gar nicht bedacht werden. Dazu gehören beispielsweise Zahlungsunfähigkeit, Tod, Scheidung, dauerhafte Nichtnutzung, Streit zwischen Eigentümern oder der Wunsch eines Eigentümers, die Gemeinschaft zu verlassen.

Pantaenius weist ebenfalls ausdrücklich darauf hin, dass bereits vor dem Kauf eine Regelung für den Ausstieg eines Eigentümers getroffen werden sollte. Auch Fragen zu Anteilen, Verwaltung, Kostentragung, Ausrüstung, Nutzungsplan und einer möglichen Überlassung der Yacht an Dritte sollten vorher eindeutig geklärt werden. (Pantaenius⁠)

https://www.yacht.de/yachtmarkt/kaufberatung/recht-zum-download-vertraege-fuer-die-eignergemeinschaft

Der ADAC weist ebenfalls auf die Besonderheiten einer Eignergemeinschaft und die damit verbundenen rechtlichen Fragen hin.

https://skipper.adac.de/ratgeber/eignergemeinschaft

Aus den vorhandenen Erfahrungen lässt sich deshalb vor allem eine Erkenntnis ableiten. Das größte Risiko einer Eignergemeinschaft ist normalerweise nicht die Yacht selbst. Das größere Risiko liegt in unterschiedlichen Vorstellungen der beteiligten Personen.

Eine gute Yacht kann durch eine schlecht organisierte Gemeinschaft zum Problem werden. Eine gut organisierte Gemeinschaft kann dagegen sehr gut funktionieren und ermöglicht möglicherweise mehreren Menschen den Zugang zu einer Yacht, die sie alleine nicht kaufen oder wirtschaftlich sinnvoll betreiben würden.

Für mich persönlich ist deshalb die Zusammensetzung der Gemeinschaft mindestens genauso wichtig wie die Auswahl der Yacht. Jeder sollte einen Beitrag leisten können. Dieser Beitrag muss nicht ausschließlich finanzieller Natur sein. Gerade technische und fachliche Kenntnisse sind bei einer Segelyacht besonders wertvoll und werden in einer solchen Gemeinschaft wahrscheinlich am dringendsten gebraucht.

Wer beispielsweise Kenntnisse in Elektrik, Elektronik, Motorentechnik, Navigation, Segeltechnik, Rigging, Wartung oder Organisation mitbringt, kann für eine Gemeinschaft einen wesentlich größeren Wert darstellen als jemand, der ausschließlich seinen finanziellen Anteil einbringt.

Genau darin kann auch der Ansatz für eine eigene Gemeinschaft liegen. Nicht möglichst viele Personen zusammenzubringen, sondern eine kleine Gruppe von Menschen zu finden, die sich fachlich und menschlich sinnvoll ergänzt, ähnliche Vorstellungen vom Segeln hat und bereit ist, neben dem notwendigen Kapital auch Zeit, Wissen und Verantwortung einzubringen.

Wenn auch du dich für eine eigene Gemeinschaft interessierst, kannst du dich ja melden und wir prüfen gemeinsam, ob dieses Modell für dich wirklich geeignet ist. Wichtig ist dabei, dass jeder etwas in die Gemeinschaft einbringen kann. Das muss nicht nur Geld sein. Gerade technische und fachliche Kenntnisse sind bei einer Segelyacht besonders gefragt und können für die gesamte Gemeinschaft einen erheblichen Wert darstellen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob du dir eine eigene Yacht leisten kannst, sondern ob du dir vorstellen kannst, sie gemeinsam mit anderen zu besitzen, Verantwortung zu übernehmen und dein eigenes Wissen zum Vorteil der gesamten Gemeinschaft einzubringen?

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